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Community Management & Coworking

Coroom Seminar: How do I manage …?

Erster Pilot in puncto Qualifizierung geglückt. Vergangenen Mittwoch trafen wir uns im erweiterten Kreis von Coroom-Raumanbieter*innen um uns im Themenfeld des Community Managements „aufzuschlauen“. Versammelt im Fleet7 widmeten wir uns einem inhaltlichen Rundumschlag, der es in sich hatte und den wir immer wieder für uns und unsere unterschiedlichen Orte und Aufgabenfelder herunter gebrochen haben.

Zu Beginn des Seminartages waren wir insbesondere mit Fragen und Fragezeichen gesegnet, mit großen und kleinen, die sich alle mehr oder minder um das große Mysterium Community Management drehten:

Was ist eine Community?
Was wird unter Community Management (in der Theorie) verstanden?
Welchen Aufgaben umfasst es?
Was sind seine Erfolgsfaktoren?
Machen wir schon Community Management und was hat das Ganze mit Coworking zu tun?

Welche unterschiedlichen Formen von Gemeinschaften existieren und wie unterscheiden sie sich in ihrer Struktur, ihren Zielen und ihrer Bedeutung für die Teilhabenden?

#Eine Community ist eine Gruppe von Menschen, eine Gemeinschaft, die z. B. Interessen, Werte, Ziele oder Identitäten teilen und sich miteinander austauschen, kooperieren oder interagieren. Es kann in zahlreiche Arten von Communities unterschieden werden, die sowohl offline als auch online existieren können.

#Eine Community of Interest, eine Interessengemeinschaft, benennt eine Gemeinschaft, die ein gemeinsames Interesse, ein Ziel oder eine Perspektive teilen.

#Eine Community of Practice (CoP) – eine praxisbezogene Gemeinschaft – ist eine Gruppe von Menschen, die ähnlichen Aufgaben gegenüberstehen und voneinander lernen wollen. Eine CoP ermöglicht ihren Mitgliedern, vorhandenes Wissen zu teilen und gemeinsam neues Wissen zu erarbeiten. Die drei Fragen des CoP-Basis-Modells sind dabei richtungsweisend: Domain - Womit beschäftigen wir uns? Community - Wer interessiert sich dafür? Practice - Was machen wir daraus?

→ Uns verdeutlichte die Auseinandersetzung mit dem Community-Begriff, insbesondere die Vielfalt an Gemeinschaften, die adressiert werden können und die Relevanz dessen, sich Klarheit über die eigene(n) Zielgruppe(n) und ihre Bedarfe/Interessen zu verschaffen. Die Unterscheidung zwischen analogen und digitalen „Spiel-/Kommunikationsfeldern“ bricht zudem geografische Einzugsgebiete auf und ermöglicht ggf. ergänzende Mitstreiter*innen. Entscheidend dabei: Jede Community braucht ihre Treiber*innen. 

Arbeit vs. Gemeinschaft oder Arbeit + Gemeinschaft?

Auf den ersten Blick gibt es zwei Funktionen von Coworking Spaces: Arbeit und Gemeinschaft. Coworking Spaces ermöglichen Arbeit, indem sie eine angenehme Arbeitsumgebung bereitstellen, inklusive tragfähiger Infrastruktur und produktiver Atmosphäre für verschiedene berufliche Tätigkeiten. Gleichzeitig ermöglicht Coworking Gemeinschaft. Es fördert Begegnung, Interaktion und Zugehörigkeit und unterstützt mit seinen (Gemeinschafts-)Orten sowohl berufliche als auch private Beziehungen.

→ Neben den benannten zwei Grundfunktionen des Coworkings stellt sich für uns ganz besonders die Frage nach der Schnittmenge, also den Synergieeffekten, die entstehen, wenn Arbeit in Gemeinschaft/ an gemeinsam genutzten Orten stattfindet. Im Sinne einer Community of Practice können Nutzer*innen bspw. vorhandenes Wissen teilen, aber auch gemeinsam neues Wissen generieren. In dieser Hinsicht können Coworking-Spaces auch als soziale und kreative Hubs fungieren, die Innovation und Kollaboration fördern.

Auch der Exkurs zu den verschiedenen Community-Typen im Coworking und ihren Ansprüchen und Erwartungen war sehr anregend. Hier lohnt sich ein Selbsttest! Welche Community strebst du an und was braucht es dafür?

Das Spannungsfeld erstreckt sich vom
(1) „selbstorganisierten Coworking“,
(2) über das „kuratierte Coworking“ bis hin zum
(3) „Coworking als Ware“

(1) Der Coworking Space wird als eine Art WG oder Familie betrachtet, in dem die Gemeinschaft selbstorganisiert ist und die Coworking-Hosts eher administrative Aufgaben übernehmen.

(2) In diesem Modell wird der Coworking Space als gelenkte Gemeinschaft angesehen, in der die Hosts eine entscheidende Rolle für das Community Building und die Vernetzung spielen.

(3) Coworking wird als Dienstleistung betrachtet, bei der professioneller Service im Vordergrund steht und die Gemeinschaft eine nachrangige Rolle spielt.

Kennst du deine Coworking-Nutzer*innen?

Auch bei Coworking Spaces und beim Community Building gilt: Zielgruppenorientierung ist das A und O. Die Bandbreite an möglichen Coworking-Nutzer*innen ist sehr breit. Von Einzelpersonen bis Gruppen, von digitalen Nomad*innen, hybriden Gründer*innen und ortlosen Teams und Manager*innen über Kreative und Handwerker*innen bis hin zu Abenteurer*innen – für alle kann Coworking etwas sein. Umso wichtiger ist es sich die eigene Zielgruppe zu vergegenwärtigen und sich zu fragen, was diese Gruppe braucht.

→ Zielgruppe definiert? Dann Mehrwerte herstellen und kommunizieren!

Kommunikation steht im Mittelpunkt

Ein wesentlicher Bestandteil des Community Management ist Kommunikation. Damit einher geht die Frage nach der Art und Weise, wie kommuniziert werden soll. Hierfür gibt es insbesondere drei handlungsleitende Aspekte:

Tone of Voice: Dies bezieht sich auf den Stil und die Art der Kommunikation. Es ist wichtig, eine respektvolle, freundliche und professionelle Sprache zu verwenden.

Verhaltensregeln / Netiquette: Diese Regeln legen fest, wie sich Personen in einer Gemeinschaft oder einem sozialen Umfeld (analog/online) verhalten sollten. Dazu gehören Höflichkeit, Rücksichtnahme und das Vermeiden von beleidigenden oder unangemessenen Kommentaren.

Rules of Engagement: Diese Regeln definieren die Vorgehensweise in bestimmten Situationen. Sie können beispielsweise festlegen, wie Konflikte gelöst werden sollen oder wie Entscheidungen getroffen werden.

Und in der Praxis? 

Als Unterstützung für eine aktive und engagierte Community umfasst das Community Management sechs zentrale Aufgabenfelder:

→ Dialog: Kernaufgabe des Community Managements ist es ansprechbar zu sein, Empathie zu fördern sowie einen angemessenen Tonfall.

→ Moderation: Verschiedene Interessen wollen miteinander abgestimmt werden. Gleichzeitig gilt es Spielregeln festzulegen und durchzusetzen.

 Engagement: Diese Aufgabe beinhaltet die Aktivierung der Mitglieder, die Identifikation von Hauptakteur*innen und das Setzen von Interaktionsimpulsen.

→ Aufbau: Wachstum, strategische Weiterentwicklung und/oder Verstetigung der bestehenden Community können Maßgaben sein, denen sich gewidmet werden muss, um Mitgliederzahlen und Beiträge zu steigern/halten.

→ Support: Als Anlaufstelle für sämtliche Fragen rund um die Community, Produkte und Dienstleistungen, sind eine gute interne Vernetzung und umfangreiches Wissen zu den Menschen innerhalb der Community von Vorteil.

→ Monitoring: Auch die Überprüfung interner Dynamiken und Prozesse im Abgleich mit den eigenen Zielen dient einer gesunden Community und ihrer stetigen Weiterentwicklung.

Wenn wieder Krise ist: Krisenkommunikation. Was wir mitgenommen haben, wie wir vorgehen sollen, wenn es schwierig wird: ruhig bleiben und überlegt Entscheidungen treffen, relevante Informationen bereitstellen, zuhören und Betroffene ernst nehmen und mediengerecht angemessen reagieren.

Hilfreiche weiterführende Tipps & Tricks zum Umgang mit Hassrede im Netz gibt’s auf der Website der Landesanstalt für Medien NRW.

Last but not least: Herzlichsten Dank lieber Stefan Evertz und liebe Coroom-Kompliz*innen für diesen input- und austauschreichen Tag. Wir haben einiges mitgenommen und danken euch für euer Engagement und euer Durchhaltevermögen. 

Auf ganz bald und ganz viel #coroomliebe <3

Lust auf mehr?

Dann melde dich bei Stefan Evertz, Berater für digitale Kommunikation und Teil des elbespace-Teams in Wittenberge.

Weiterführende Informationen gibt es übrigens u. a. hier:

Coworking im ländlichen Raum - Menschen, Modelle, Trends (Bertelsmann Stiftung)

Community vs. Cash (Alexandra Bernhardt; Republica 2023)

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